Hochtouren beim Tödi                Fr.-Mo., 30. Juli – 2. August 2004

 

 

 

 

Am Freitag machten wir (wir das waren Johann, Peter, Frank, Roland, unser Häuptling Josef und ich) uns auf den Weg nach Turns in der Schweiz. Nach Trun kommt man, indem man bis Chur fährt, dort rechts abbiegt und dann ca. 1 Stunde geradeaus fährt. Auf jeden Fall trafen wir uns gegen Mittag auf einem Parkplatz am Ortsausgang bei brütender Hitze, verteilten das allgemeine Material wie Seil, Biwaksack, überprüften nochmals unsere Ausrüstung auf Vollständigkeit, schützen uns mit Sonnencreme, und begannen sodann den Aufstieg. Es lagen 1460 schweißtreibende Höhenmeter vor uns, immer begleitet von der Sonne, auf einem in der Diretissima angelegten Weg. Mit einem kernigen Hochgebirgsrucksack war dies der erste Härtetest.

Aber trotz der Zweifel Einiger erreichten wir nach ca. 4:30 Stunden die Camona da Punteglias, und wurden von Hüttenhund Diego und dem Hüttenpersonal auf der wohl schönsten Terrasse Graubündens begrüßt (Originalton Fritz).

Nachdem wir den Wellnessbereich genossen, das dreigängige üppig dimensionierte Menü verspeist, und unsere Rucksäcke für den nächsten Tag gepackt hatten verschwanden wir im Lager, um die kurze Nacht zu verschlafen.

 

Am Samstag um 02:45 weckte uns Fritz, der Hüttenwirt, mit einem nicht zu überhörenden

„Tödi Aufstehen“. Gegen 03:45 begann dann unsere Hochtour zum Tödi. Wir gingen im Dunkeln bestückt mit unseren Stirnlampen hinter Josef, dem an dieser Stelle ein dickes Lob für die Führung über Schneebrücken und Blockwerk in Dunkeln gemacht werden muss,  auf die Fuorela Punteglias 2814 m. Dort angekommen zeigte sich die Sonne, und kündigte einen schönen sonnigen Tag an. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir den Gletscher da Gliems, stiegen von hier teilweise über mit Ketten versichertes Gelände zur Porta da Gliems 3260 m auf. Von hier sahen wir nun zum ersten Mal den Tödi in seiner vollen Schönheit. Nach dem vergeblichen Versuch uns einen späteren Gegenanstieg zu ersparen stiegen wir auf dem Bifertenfirn einige Höhenmeter nach unten (mittlerweile übrigens ohne Steigeisen da der Gletscher seinem Namen alle Ehre machte und aufgefirnt war) um dann mit dem Gipfelanstieg zu beginnen. Der Gegenstieg war mittlerweile auf 195 Höhenmeter angewachsen. Auf dem Gipfel des Piz Tödi 3614 m waren wir dann unter uns, genossen die unbeschreibliche Aussicht (angeblich war sogar der Mont Blanc, und der in Vorjahr bestiegene Piz Kesch zu sehen), verspeisten unsere karge Brotzeit, schossen einige Gipfelfotos, und machten uns dann auf den langen Rückweg. Unterwegs machten wir noch das ein oder andere Mal unliebsame Bekanntschaft mit sich auflösenden Bergen, erreichten aber dann doch halbwegs unverletzt unsere Hütte. Dort erwartete uns wieder der Wellnessbereich und das üppige Dreigängemenü.

 

Für den Sonntag, dem ersten Ruhetag war dann der Piz Posta Biola geplant. Von der Hütte aus ging es diesmal im Hellen über die Schneebrücke, dann über Blockwerk auf einige Schneefelder und zuletzt auf einen toten Gletscher. Hier genossen wir bei einer Rast die herrliche Aussicht, und machten uns dann an die letzten 100 Höhenmeter diesmal mit Händen und Füßen im 2-er Gelände auf in Richtung Gipfel. So standen wir bald auf dem 3073 m hohen Piz Posta Biola genossen den stahlblauen Himmel die wieder einmal unbeschreibliche Aussicht und vor allem den Blick auf den Piz Tödi , mit dem gesamten Weg den wir am Vortag bewältigt hatten.  Mit dem Kommentar „ Des war scho a Schlauch“ stieg unser Stolz, dass unsere Tour zum Tödi erfolgreich war. Dem Abstieg folgte wieder der Wellnessbereich das üppige Dreigängemenü.....Nein heute war alles anders, denn heute war der 1. August und somit Nationalfeiertag in der Schweiz.

Es gab, in der Rot-Weiß mit hunderten von Fahnen geschmückten Hütte, ein Viergängemenü mit Vorvorspeise und Sekt, und die Einladung der Hüttenwirtin „Später hat es dann ein Feuer mit Feuerwerk und etwas Rotwein, Ihr kommt doch“. Natürlich ließen wir uns nicht lumpen, und erklommen um 22:00 in Badeschlappen den angrenzenden Hügel, versammelten uns bei einem großen Lagerfeuer, und bejubelten jeden abgebrannten Vulkan (Feuerwerk). Wir staunten über die auf der gegenüberliegenden Bergkette entfachten Feuer und Feuerwerke, vernichteten den Rotwein, nur beim Absingen der Schweizer Nationalhymne waren wir nicht sehr erfolgreich.

 

Am nächsten Tag dem Montag war nach dem Frühstück unser Hüttenaufenthalt zu Ende. Wir verabschiedeten uns, und machten uns über die Alp Punteglias, die Alp da Schlans, mit einigen nahezu senkrechten angelegten Wanderwegen, auf den Weg nach Schlans, wo wir den Postbus bestiegen und zurück nach Trun zu unseren Autos fuhren.

Zum Schluß dieser kurzen Beschreibung unserer Tour möchte ich im Namen Aller noch unserem Führer Josef für diese Tour und vor allem für sein hervorragendes Timing in Bezug auf Wetter, Nationalfeiertag, Vollmond, Dreigängemenü usw. danken.

 

Wolfgang 

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